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Ein Nationalpark ist kein Zoo, das weiss jeder. Und am Eingang eines jeden Nationalparks
sind die Rules of Conduct angeschlagen, damit sie sich alle, die des Lesens kundig sind
(und das sind doch recht viele), zu Gemüte führen können.
Erstaunlich ist, dass man trotzdem so vielen Zoobesuchern, Unratverteilern,
Ballermännern und Möchtegern-Schumis begegnet. Tiere werden mit Locklauten
überschüttet, mit Steinchen beworfen, mit dem Auto gehetzt und sogar angehupt,
nur um ein tolles Foto zu schiessen. Getränkedosen wirft man lustig aus dem Fahrzeug,
ein Schokoladen-Silberpapier für den kleinen Löwen ist doch auch nett.
Nach so einem schönen Tag mit viel Spass ist es selbstverständlich,
dass man seiner Freude, versüsst mit reichlich Alkohol, im Camp bis spät
in die Nacht gröhlend und singend Ausdruck verleihen muss. Schliesslich hat man
doch die uninteressanten Streckenabschnitte im Park, dort, wo nur so langweilige
Antilopen rumstehen, mit quietschenden Reifen zügig hinter sich gebracht, um
abseits der Strasse das wahre Afrika zu erleben. Und da kann man sich dann schon
mal einer Gepardenmutter zu Fuss nähern, sind ihre Jungen doch so putzig, flauschig,
klein und füllen kaum das Bild.
Lachen Sie nicht, das ist leider viel zu oft Realität; und ich würde das
nicht behaupten, hätte ich nicht jeden einzelnen geschilderten Fall selbst gesehen
und erlebt. Und jedesmal hat mir das Herz geblutet, ob des fehlenden Respekts und der
mangelnden Andacht, bisweilen ist mir auch der verbale Gaul durchgegangen. Es ist ohnehin
schon traurig genug, dass man streng bewachte Schutzgebiete schaffen muss, um die
vergleichsweise kleinen Überreste früherer Tierbestände zu bewahren,
aber dass es dann auch noch Menschen gibt, die diese Schutzgebiete nicht mit dem
gebührenden Respekt vor Natur und anderen Lebewesen betreten, das ist zum Weinen.
Besonders schlimm betroffen von derartigem Verhalten sind Selbstfahrer-Parks, Disney-Parks,
wie ich sie nenne, zu denen auch der Krüger NP zählt, aber selbst dessen
Rules of Conduct geben eigentlich nur Selbstverständlichkeiten wieder. Viele andere Parks lassen
Besucher nur in Begleitung eines Guides zu, doch auch dort hängt es vom ihm und seinen
Gästen ab, wieviel Respekt der Umwelt zuteil wird. Verleiten Sie Ihren Guide zu nichts
(er kann dabei seine Konzession verlieren), lassen Sie sich von ihm nicht verleiten
(manche versuchen, besonders lässig zu sein oder sich ein Trinkgeld durch Regelverstösse
zu verdienen). Verinnerlichen Sie sich einfach, dass Sie in einer Welt zu Gast sind,
die Ihnen jeden Fehler übel nimmt, ob Sie das nun sofort am eigenen Leib verspüren
müssen oder diesen Part jemand anderes für Sie übernehmen muss; Sie sind
nicht im Zoo, nicht auf der Müllkippe, nicht auf dem Nürburgring und schon gar
nicht zu Hause.
Und wenn Sie sich mit mir darüber streiten wollen, dann gerne via
E-Mail
oder öffentlich in meinem
Gästebuch.
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